Schweineschulter gerollt und in dicken Scheiben, zusammen rund 2 Kilo. In der Pfanne angebraten und dann in eigener Fleischbrühe im Ofen weichgegart. Dürfte für drei Tage reichen.

Lange habe ich es etwas belächelt, nämlich das Carnivorentum. Carnivore sind Lebewesen, die sich fast ausschließlich von Fleisch ernähren. Auch Menschen gibt es darunter.

Sich von Fleisch zu ernähren, hat etwas Anrüchiges heutzutage, wo gefühlt jeder zweite in Deutschland Veganer ist und man mit Fleisch ja die Umwelt schädigt – mindestens genauso viel wie die Grünen, die ja bekanntlich mehr Flugmeilen zurücklegen als jeder andere Politiker. Und es sind keine Segelflugzeuge, die sie benutzen. Aber ich schweife ab.

Ich habe ja durch Teil- und Vollzeitfasten rund einen halben Zentner abgenommen. Noch habe ich etwas Speck zu verlieren, möchte aber zugleich etwas Muskeln aufbauen. Dazu braucht man Eiweiß, rund eineinhalb Gramm pro Kilo Körpergewicht. Energie hole ich weiter von meinem Körperfett, aber das Eiweiß?

Gut, es gibt ja diese Eiweiß-Shakes, aber das ist auch nicht das Gelbe vom Ei, sozusagen. Besonders nicht geschmacklich. Also habe ich es mit Fleisch und Gemüse probiert. Rund 600 Gramm mageres Fleisch sollten es sein, damit ich auf meine 120 Gramm Eiweiß komme.

Lange Rede, kurzer Sinn: Dreimal am Tag Gemüse mit Fleisch geht nicht. Aber ein Pfund Fleisch mit etwas Soße? Kein Problem, das geht in einem Rutsch. Und ist super bequem. Kein Rumgetüttel mit einem Salätchen und Gemüschen und Beilägchen. Geschirrspülen fällt weg, wenn man aus der Pfanne isst. Und man hat so viel mehr Zeit für andere Sachen.

Probleme?

Stuhlgang, so ganz ohne Ballaststoffe? Regelmäßig, wenig, leicht und sauber.

Spezielles Fleisch? Nein. Alles, was nicht auf die Bäume kommt.

Kosten? Ein Pfund Fleisch ab rund 3 €.

Umweltschäden? Weniger als wenn ich mein Bio-Gemüse von Bio-Bauern im SUV abholen würde.

Ist das denn ethisch verantwortbar? Ja. Mehr dazu zu einem anderen Zeitpunkt.

Hunger? Nope. Einmal am Tag essen, maximal zweimal. Aber ich habe vorher ja gefastet und keinen Hunger dabei gehabt. Andere berichten von Umstellungs-Problemen. Vielleicht ist Fasten ein guter Einstieg.

Lust auf Abwechslung? Dann ist der Metzger dein Freund.

Und ist so etwas gesund? Der Mensch braucht doch Vitamine und Mineralien und Ballaststoffe! Das mit den Ballaststoffen ist für Pflanzenfresser wichtig. Ansonsten ist im Fleisch alles enthalten, was man braucht. Aber in Fleisch ist doch kein Vitamin C! Es ist minimal was davon drin, und das genügt. Wer besorgt ist, der kann ja Multivitamine vom Aldi einwerfen.

Wer glaubt, dass der Mensch Pflanzennahrung braucht, der ist auf dem Holzweg. Unsere Vorfahren haben sich in der Eiszeit fast ausschlich mit Fleisch ernährt, weil Salat und Broccoli wegen Bodennebel ausfielen. Und wegen der geschlossenen Schneedecke. Was uns von den Menschenaffen unterscheidet, ist der kürzere Darm, der keine Pflanzenfasern verdauen kann. Dafür ist das Gehirn dreimal so groß. Tausche Darm gegen Gehirn. Super Deal.

Unsere Vorfahren haben Auerochs und Mammut das Pflanzensammeln überlassen und das Ergebnis recht kompakt geerntet.

Manche wollen ja wieder dahin zurück, wo die Menschenaffen sind und sich nur von Pflanzen ernähren. Bleibt das Problem mit der Darmverlängerung. Heutzutage wird ja eher verkürzt.

In dem Zusammenhang möchte ich Jordan Peterson und seine Tochter Mikhaela erwähnen. Beide leiden unter Autoimmun-Krankheiten. Die Tochter hatte schon als Kind Arthrose mit über 30 geschädigten Gelenken. Beide sind nach Umstellung auf reines Fleischessen völlig beschwerdefrei. Jordan hat seine Depressionen verloren und berichtet von einer besonderen geistigen Klarheit.

Und bei mir? Ich merke nun nach einigen Wochen, wie viele kleine Wehwehchen verschwunden bleiben, ähnlich wie beim Fasten. Und ich brauche keine Medikamente mehr für meine posttraumatische Arthrose, auch kein Gewürzpulver, das ich bisher brauchte.

Aber das muss man langzeitig beobachten. Mehr davon später.